Tagesspiegel , 04.04.03, Adrienne Goehler, Wir werden eine Menge Rückrat brauchen "Bei der Begegnung im Palast ergeben sich vielleicht sogar neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Staatstheater könnten animiert werden, Patenschaften für junge Gruppen zu übernehmen, mit ihnen eine gemeinsame Produktion machen. Dabei lernen beide Seiten voneinander."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.05.03, Niklas Maak, Pariser Platzhalter "Nach den zahllosen verunglückten Versuchen, Paris einzuholen, wäre es schön, wenn man Berlin einmal als das akzeptiert, was es ist: Eine Stadt, deren wahre Schönheit und Größe sich gerade in den Winkeln zeigt, die nicht an Paris erinnern sollen. Paris hat keine Auguststraße, keinen französischen Dom, keinen kalifornischen Bankpalast wie den von Frank Gehry am Pariser Platz - und keine Frankfurter Allee, keinen Fernsehturm, keinen Palast der Republik. Auch daran sollte man sich mal wieder erinnern."

Tagesspiegel, 08.02.03, Adrienne Goehler, Was die Kunst im Palast sucht "Einen Ort wie diesen gibt es in der Republik nicht, in Europa nicht, auch in der weiteren Welt nicht. Und den spezifisch zu bespielen, das soll nicht "hauptstadtrelevant" sein?

Bauwelt 45/2002, Ulrich Brinkmann, Zwischennutzung Jetzt! "Herr Finanzminister, öffnen Sie dieses Haus! Der Zeitpunkt, an dem städtisches Leben den öden Ort wieder in Besitz nimmt, kann gar nicht schnell genug kommen."

Stuttgarter Zeitung, 25.11.02, Michael Bienert, Wird in Erichs Lampenladen bald Streetball gespielt? "Den Initiatoren geht es nicht um Ostalgie, zuallerletzt um Werbung für eine Wiederherstellung des DDR-Palastes. Sie wollen lediglich die Chance nutzen, dem toten Raum zwischen Schinkels Altem Museum und DDR-Staatsratsgebäude so schnell wie möglich Leben einzuhauchen."

tip, 21.11.02, Stefanie Dörre, Ruine der Republik "Sollte selbst so ein Projekt an der Politik scheitern, wäre die Berliner Kultur nicht nur finanziell, sondern bald auch ideell am Ende."

Die Zeit, 21.11.02, Hanno Rauterberg, Sturm auf den Palast "Mit einem Mal wird sich die Schlossdebatte nicht mehr um Stil- und Fassadenfragen ranken, nicht mehr um Symbole. Stattdessen streitet man über Inhalte, über das, was städtisches Leben ausmacht. Und just diesen Streit braucht Berlin, braucht die Republik. Deshalb: Stürmt ihn, den Palast - und sei's nur für kurze Jahre."

Süddeutsche Zeitung, 19.11.02, Tobias Timm, Bloß nicht saublöd - Berlin debattiert über die Zukunft des Palastes der Republik "Die Protagonisten der Palastreaktivierung müssen Investoren und Spender finden, die "urban catalysts" müssen sich nun als "urban capitalists" bewähren. Jetzt müssen die Sponsoren ran."

taz, 19.11.02, KAB, Die Palastdebatte - Alles gesagt "Würde die Moderatorin Georgia Tornow über die Zwischennutzung abstimmen lassen, das Ergebnis wäre so eindeutig wie zu Zeiten, als hier noch der Staatsrat tagte."

Tagesspiegel, 15.11.02, Christina Tilmann, Revisionisten "Ärgerlich ist allerdings, dass sich der Kulturausschuss über Zwischennutzungen des Palastes der Republik erregt, weil sie angeblich das Provisorium am Schloßplatz zementieren. Wer sich so für eine noch nicht ansatzweise finanzierte Schloss-Chimäre engagiert, betreibt Revision im schlechten Sinn."

Berliner Zeitung, 14.11.02, Nikolaus Bernau, Wie reich sind wir eigentlich? "Darf man diese imposante Stahl- und Betonkonstruktion einfach wegschmeißen? Solche Gedanken haben nichts mit Palastsentimentalitäten zu tun; der Palast ist tot. Doch der Umgang mit seinem Skelett ist eine Frage des ökonomischen und ökologischen Realitätsbewußtseins."

FAZ, 14.11.02, Mark Siemons, Coole Bude - Markentransfer : Der Palast der Republik "Das Zauberwort, das dem eigentümlich zwischen Sein und Nichtsein changierenden Status des Palastes gerecht wird, heißt "Zwischennutzung". "Man mag in diesem Vorgang eine charakteristische List der Berliner Vernunft erkennen. Der Palast war nur Tabu, da er als Idee und Symbol (DDR, Häßlichkeit) in Frage kam. Jetzt, da auf der ideellen und symbolischen Ebene alles geklärt ist (das Schloß wird gebaut) und der Palast seine normative Kraft mithin verloren hat, kann er auch wieder genutzt werden. Der Bann ist gebrochen." "Der Kampf um die symbolische Mitte der Hauptstadt ist in eine neue Zwischenphase getreten."

Frankfurter Rundschau, 14.11.02, Hans Wolfgang Hoffmann, Gründungsfeier "Alles in allem wirkt das Konzept mindestens so durchdacht wie der Planungsstand zur endgültigen Fassung des Ortes." "Dabei wäre es so einfach, das Vorhaben als vorweggenommene Gründungsfeier für das endlich allen Deutschen zugängliche und kulturkonzentrierte Volkshaus auf der Spreeinsel zu preisen."

Süddeutsche Zeitung 14.11.02, Tobias Timm, Generation Berlin "Wenn sich Berlin nicht weiterhin nur mit dem Warten auf das Neue bescheiden will, sollte es diese Generation vielleicht einfach mal machen lassen."

Die Welt 14.11.02, Gabriela Walde, Im Palast der Republik wird wieder getanzt "An diesem geschichtsträchtigen Platz mitten in Berlin wird es wohl an Sponsoren nicht fehlen."

Berliner Morgenpost, 14.11.02, Gabriela Walde, Wenn Honecker das wüsste! "Und in der Tat, der entkernte Palast, der nur im Inneren wirkt wie alte Industriearchitektur, ist prädistiniert für ungewöhnliche, raue und besonderes unkonventionelle Projekte, die den Dialog mit dem Raum, der Architektur und Erinnerung suchen." "Dieses subtile Dazwischen-Sein und doch schon Nicht-mehr-sein macht die künstlerische Reibung aus."

Tagesspiegel, 14.11.02, Lothar Heinke, Neues Leben im alten Palast "Aber das Geringste ist besser als gar nichts. Nun muß nur noch Geld in die Ruine ..."

taz, 14.11.02, Rolf Lautenschläger, Anstelle von Abriss jetzt Aufbruch "Der Ort in der Mitte der Stadt ist nicht tot. Er soll leben, bis das Schloss einmal kommt." "Fazit: Der Palast lebt."

Aufruf der Bundesarchitektenkammer BAK, 13.11.2002, Peter Conradi "Palast der Republik jetzt öffnen! Die Hauptstadt Berlin würde in ihrer Mitte einen spannenden Ort für Kultur und Begegnung gewinnen."

taz 25.10.02, Rolf Lautenschläger, Politische Bauvorschriften "Es gibt Möglichkeiten den Palast weit günstiger umzurüsten. Der Charme des Unfertigen ist für kulturelle Projekte und Gruppen nicht hinderlich. Im Gegenteil. Und folgt dann die Abrißbirne, lässt sich auch das noch inszenieren."

Berliner Morgenpost, 21.10.02, Julian Nida-Rümelin im Interview mit Kai Ritzmann, Nicht ängstlich jede Nutzung ablehnen "Der heutige Zustand spricht für sich. Viele Gäste der Stadt überrascht es immer wieder, dass sich einer der bedeutendsten Orte der Bundeshauptstadt auch zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung noch in einem derart desolaten Zustand befindet. Vor allem die unmittelbare Nähe zur Museumsinsel, die zu einem der größten Besuchermagneten der Stadt zählt, lässt es wünschenswert erscheinen, den Schlossplatz als Stadtraum wieder erlebbar zu machen und ihm eine höhere Aufenthaltsqualität zu verleihen. Eine vorübergehende Nutzung des Palastes der Republik wäre ein Schritt in diese richtige Richtung; sie böte zugleich die Gelegenheit, in geeigneter Weise "Abschied" von dem Gebäude zu nehmen."

Berliner Morgenpost, 21.10.02, Kai Ritzmann, Das große Rennen um den Palast "Das Gebäude, keine Frage, ist prädistiniert für aussergewöhnliche Kunstproduktionen. Der Palast steht noch einmal vor einer beeindruckenden Karriere. Mit der Zwischennutzung könnten signalhaft die noch vorhandenen Untiefen und Verwerfungen zwischen Ost und West thematisiert werden." "Die Zeichen stehen gut. Der Palast der Republik ist tot - sein Kadaver aber stimuliert zu den schillernsten Träumen."